FEMINIST MEME SCHOOL

feministmemeschool
Schriftart: Calyces von Charlotte Rohde

Die FEMINIST MEME SCHOOL ist ein Workshopkonzept, das 2018 beim Pop-Kultur Festival (auf Einladung von Yeşim Duman/Pop-Hayat) entstand und seitdem in verschiedenen Kontexten stattfand.

In der FEMINIST MEME SCHOOL bilden die Teilnehmenden gemeinsam mit mir eine temporäre Meme-Redaktion. Wir transformieren eigene Diskriminierungserfahrungen in lustige Bilder im Internet. Die produzierten Memes werden während des Workshops live auf dem dazugehörigen Instagram-Account geposted. Ziel ist das Empowerment der Teilnehmenden und aller, die die Memes auf Instagram sehen.

Memes sind bearbeitete Bilder, die in Sozialen Netzwerken produziert und rezipiert werden. Sie können als Form des sozialen und politischen Kommentars fungieren. Aus eigenen negativen Erlebnissen soll humorvoller Nutzen gezogen werden, indem diese in Memes übersetzt und so zu temporären Momenten der Freude und des Kraftschöpfens werden. Alle bisher produzierten Memes der FEMINIST MEME SCHOOL befinden sich auf Instagram.

Die FEMINIST MEME SCHOOL verfolgt mehrere Ziele: Sie soll die Teilnehmenden empowern, indem sie sich trauen, eigene Diskriminierungserfahrungen als solche wahrzunehmen, die Teilnehmenden digital schulen, indem sie lernen, diese in Memes zu übersetzen und diese zu posten, und ihnen Momente der Freude verschaffen, wenn andere Teilnehmende relaten können und alle gemeinsam über die Memes lachen.

Außerdem geht es darum, dass die Teilnehmenden sich mutig mit ihrer eigenen Kreativarbeit in einem geschützten Settng in die digitale Öffentlichkeit stellen. Memes sind schnelllebig, imperfekt und repetitiv. Ihr spaßiger Charakter funktioniert, weil jedem einzelnen Meme ein gewisses Laissez-faire innewohnt. Dies steht im Gegenteil zu dem, was von Menschen, die keine cis Männer sind, gesellschaftlich verlangt wird: Nämlich, immer alles richtig machen zu müssen. In der FEMINIST MEME SCHOOL soll deshalb auch vermittelt werden, dass es okay ist, frei und laut zu sein. Die Teilnehmenden werden ermutigt, sich vom Perfektionsanspruch an das eigene Handeln zu lösen.
Ein weiterer Kernpunkt des Konzepts ist Solidarität. Jede teilnehmende Person ist Expertin ihres eigenen Erfahrungsschatzes und wird dazu eingeladen, ihre Kompetenzen zu teilen. Ich leite an und strukturiere, aber erhebe keine Deutungshoheit. Während des Workshops unterstützen wir uns deshalb gegenseitig im Umgang mit der Technik. Außerdem teilen wir unser Wissen über die Strukturen, die die eigenen Diskriminierungserfahrungen bedingen. Neben dem technischen Aspekt kommt der feministische dazu: Wir diskutieren gemeinsam, wie wir Diskriminierung erfahren und sie in Memes verarbeiten können. Die bisherigen Editionen der FEMINIST MEME SCHOOL hatten zudem den Effekt, dass die Teilnehmenden einander offline kennen lernen. Daher haben die Workshops auch immer eine vernetzende Wirkung.

Die FEMINIST MEME SCHOOL ist ein Raum der Dekonstruktion herrschender Verhältnisse. Die Grenzen zwischen digitalen und nichtdigitalen Raum verschmelzen, indem wir Internetkultur ins Offline holen und unmittelbar wieder zurück ins Web spielen. So werden wiederum Menschen, die nicht physisch im Workshop präsent sind oder sein können, eingebunden und Grenzen zwischen materieller und digitaler Präsenz durch Relatability aufgelöst.

Ein bisschen mehr über die Philosophie hinter der FEMINIST MEME SCHOOL steht auf ihrem Instagram-Account unter Curriculum.

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